Tel Aviv

Reisedauer: 4 Tage
Art der Reise: Citytrip
Unterkunft: Pepo Hostel

In ein paar Worten: lebensfroh, multikulti, modern

Da ich es Ende November noch nicht wahr haben wollte, dass der Winter vor der Tür steht, bin ich für ein paar Tage nach Tel Aviv-Jaffa in Israel aufgebrochen.
Wie es mir dort gefallen hat, was das besondere an dieser Stadt ist, welche Lieblingsorte ich gefunden habe und wo es mir besonders geschmeckt hat könnt ihr in diesem Blogpost nachlesen.

Vorab habe ich mir eigentlich nicht all zu viel von Tel Aviv erwartet und irgendwie ist es zufällig zu meinem Reiseziel geworden. Der Plan war weg von der Kälte in Richtung Süden, Meer und keine all zu lange Anreise. Meine einzige Auseinandersetzung mit Israel fand bis dato nur bei Neni am Naschmarkt statt.
Als ich dann aber in Tel Aviv angekommen bin hat mich das Lebensgefühl der Stadt sofort gepackt – es war quirlig und modern, in den Straßen und Gassen habe ich mich sofort wohl gefühlt, es war bunt, jung und dynamisch und der erste Kaffee den ich in einem kleinen Outdoor-Café (Papua Café – siehe unten) getrunken habe war ein Traum.

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Tel Aviv ist lebensfroh. Tel Aviv ist jung. Tel Aviv ist multikulti.

Was mich sofort begeistert hat an Tel Aviv war die Lebensfreude, die diese Stadt und die Menschen ausstrahlen. Irgendwie ist alles und jeder aktiv. Wenn man die Strandpromenade entlang spaziert bekommt man regelrecht ein schlechtes Gewissen, weil man die Laufschuhe nicht eingepackt hat. Auf den öffentlichen Plätzen lässt man sich nachmittags sonnen, Lokale sind unter Tags und vor allem am Abend gut gefüllt. Es wird gegessen, geplaudert, gelacht und getrunken. Auf den Märkten ist reges Treiben, am Abend jedoch wird alles eingepackt und kleine Straßenpubs erwachen zum Leben. Man kommt ständig mit Fremden ins plaudern. Anfangs dachte ich, die Leute reden mich vielleicht so häufig an, weil ich irgendwie einheimisch aussehe (eine Angestellte im Hostel meinte zumindest ich sehe aus als wäre ich von hier). Ein Bekannter, der seit einiger Zeit in Tel Aviv lebt, meinte aber das ist normal und die Einwohner sind eben sehr kontaktfreudig. Manchmal würde er sich wünschen einfach nur einkaufen zu gehen, ohne mit jemandem sprechen zu müssen.

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Ist man jedoch zu Sabbat in Tel Aviv, erlebt man eine verkehrte Welt. Der Sabbat ist im Judentum ein Ruhetag an dem keine Arbeit verrichtet werden soll. Er beginnt am Freitag bei Sonnenuntergang und endet bei Eintritt der Dunkelheit am folgenden Samstag.
Die Lokale sind geschlossen, der öffentliche Verkehr ist lahm gelegt, in den Straßen und Gassen ist es ruhig. Man hört sogar die Vögel zwitschern, deren Gesang ansonsten im Großstadtlärm verloren geht. Auch die staatliche Fluglinie fliegt am Sabbat nicht und noch witziger finde ich, dass in öffentlichen Gebäuden keine Aufzüge benutzt werden können. Für mich war es sehr spannend auch diese Atmosphäre kennen zu lernen. Aber ist der Sabbat dann vorbei, geht das Leben auf den Straßen wieder los.

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Ist man in Tel Aviv, taucht man gleich in mehrere Kulturen ein. Die Stadt ist multikulti, die Menschen kommen aus allen Ecken der Welt und haben hier eine neues Zuhause gefunden. Das merkt man vor allem auch am kulinarischen Angebot. Ich war bei einem richtig authentischen Inder (Munnar - siehe unten), habe zum ersten Mal in meinem Leben Äthiopisch gegessen (Balinjera - sieh unten) und habe mich durch orientalische Speisen probiert. Was Gewürze und Lebensmittel angeht muss man unbedingt die Märkte Tel Avivs besuchen. Eine unglaubliche Vielfalt an Gerüchen, Farben und Geschmäcken. Am besten man schlendert mit einem Becher frisch gepresstem Granatapfelsaft durch die Marktgassen und beobachtet den Trubel. Auch sehr witzig: Der Ha’Carmel, der größte Markt der Stadt, wird an einer Stelle von einer roten Linie durchzogen. Danach befinden sich die Fleischerei Stände. So wird sichergestellt, dass alles koscher bleibt.

In Tel Aviv findet man eine Vielzahl an Bauhaus-Architektur, woher auch der Name „White City“ stammt. Insgesamt sind es um die 4000 Objekte die in der Stadt verteilt sind, wobei bei einigen die Fassaden bereits der Verwitterung zum Opfer gefallen sind. Am Dizengoff Square stehen mehrere gut erhaltene Bauten. Dort kann man übrigens am Nachmittag auch auf einen der unzähligen bunten Sessel, die einfach auf dem Platz verteilt stehen, die Sonne mit den Einheimischen genießen.
Generell fand ich die Architektur und die Art und Weise wie die Stadt „aufgeteilt“ ist irgendwie einzigartig. Neben grauen und baufällig wirkenden Häusern stehen immer wieder moderne Bauten, den Strand entlang reihen sich die Wolkenkratzer der Luxushotels und irgendwie kann man die unterschiedlichen Viertel der Stadt alleine an ihrem Erscheinungsbild erkennen.

Da ich eigentlich absolut kein Fan von klassischen Sehenswürdigkeiten bin, fand ich es großartig, dass es in Tel Aviv eigentlich kaum welche gibt. Man sieht sich dort die Stadtviertel und markante Straßen an. Klar gibt es immer wieder besondere Gebäude und Plätze, aber definitiv keine Touristenschlangen die auf Zutritt warten. In meinen Highlights habe ich auch nochmal zusammengefasst, welche Viertel ich besonders genossen habe.

Für mich ist Tel Aviv eine Stadt in der man sich verlieren kann. Irgendwann schaust du nicht mehr auf die Offlinekarte in deinem Handy, sondern gehst dort hin, wo es dich hinzieht. Du verlierst jede Art von Hektik oder Zeitgefühl und lebst einfach im Puls der Stadt. Es gibt nur wenige Orte an denen ich so abschalten und einfach sein kann, aber Tel Aviv ist definitiv einer davon. 


meine Highlights

 Lieblingsorte

  • Der Stadtstrand: 14 km Sandküste, Flaniermeile mit Läufern und Longboardern, Matkot-Turniere, Wellen, Surfer und Sonnenuntergänge. Einfach Energie tanken.

  • Kerem: Das extrem entspannte Stadtviertel rund um den Ha’Carmel Markt. Schmale gepflasterte Gassen, kaum Autos und am Abend erwachen die Straßencafés zum Leben. In diesem Viertel liegt auch das Pepo Hostel, in dem ich übernachtet habe.

  • Old Jaffa: Antike arabische Hafenstadt. Hier tummeln sich ausnahmsweise mal die Touristen. Es ist aber dennoch wert die engen, verwinkelten Altstadtgassen zu erkunden. Außerdem hat man vom Park hinter der Petruskirche einen tollen Ausblick auf die Skyline von Tel Aviv. Am östlichen Ausgang des Gassengewirrs findet man ein Werk des Künstlers Ran Morin. „Oranger Suspendu“ oder auch „Floating Orange Tree“ ist ein schwebender und noch wachsender Orangenbaum.

  • Shuk Pishpeshim: Ein bunter Flohmarkt in Jaffa mit Plattenläden, Vintage-Möbel und Hipster Cafés .

  • Florentin: Anti-Establishment und Street Art. Schaut etwas heruntergekommen aus, aber hier wird gelebt und gearbeitet. Hier befindet sich auch der Levinsky Markt, eine nette Alternative zum eher touristischen Ha’Carmel.

  • Neve Tzedek: Ein gemütliches Viertel durch das man spazieren sollte. Hat irgendwie französischen Flair. Kleine Gassen, hübsche Häuser und Blumen überall.

  • Noga: Ein ruhiges Miniviertel das von Hipstern bevölkert wird. Ein bisschen mediterran mit netten Lokalen und Cafés (z.B. Cafelix – siehe unten)

  • Ha’Carmel und Levinsky: Beide Märkte sind sehr sehenswert. Der Ha’Carmel ist der größte Markt Tel Avivs und eindeutig auch der touristischere. Im ersten Abschnitt gibt es vor allem billigen Kitsch, im zentralen Sektor bekommt man jedoch Obst und Gemüse in allen Variationen (unbedingt die frisch gepressten Obstsäfte probieren), orientalisches Süßgebäck, Gewürze und Kräuter. Dazwischen finden sich allerhand Essensstände.
    Der Levinsky Markt befindet sich im bunten Viertel Florentin. Hier trifft man auf wesentlich mehr Einheimische und die Preise sind etwas günstiger. Während der Ha’Carmel reine Fußgängerzone ist, fahren in den engen Straßen des Levinsky die Autos, was zu so manchem Stau und Wortgefecht zwischen Fußgängern und Autofahrern führt. Etwas hektisch, aber lustig mitendrinn zu sein oder das Geschehen nur zu beobachten.

Essen und Trinken:

  • Biciletta: Hippes Lokal mit super Essen, guten Drinks und gemütlichem Innenhof.

  • Balinjera: Kleines äthiopisches Restaurant, das von drei Schwestern geführt wird. Tolle Atmosphäre, authentisch und lecker. Gegessen wird mit den Fingern.

  • Papua Café: Outdoor-Café mit super gutem Kaffee und süßen Snacks.

  • Cafelix: Roastery und Espresso Bar mit extrem guten Brownies. Es gibt nur ganz wenige Sitzplätze, direkt davor ist aber ein sehr schöner Platz mit Bänken unter Bäumen und einem Spielplatz. Dort sitzen dann auch alle und genießen ihren Kaffee bei einem Plausch. Unglaublich gemütlich und gut zum relaxen zwischendurch. (Sgula 15, Tel Aviv-Yafo)

  • Munnar: Bestes indisches Restaurant in dem ich je gewesen bin. Sehr authentische und vor allem leckere vegetarische Gerichte (ich glaub es gibt dort gar keine Gerichte mit Fleisch...). Auch die Einrichtung, das Geschirr und die Deko lassen einen glauben, man sitzt in einem kleinen Straßenlokal in Indien.

Kerem

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Strand und Hochhausmeile

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Old Jaffa

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Shuk Pishpeshim

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Florentin

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Ein kleines Herzensprojekt

Heuer veranstalten wir zum zweiten Mal in Folge den Moonlight Factory Kreativmarkt, um Spenden für ein ganz besonderes Projekt zu sammeln.

2017 durfte ich einige Zeit in Nepal verbringen, um dort an der Moonlight School in Kathmandu zu unterrichten. Dabei handelt es sich um eine Schule die Kinder von der Straße holt und ihnen kostenlos Zugang zu Bildung ermöglicht. Sie erhalten eine Schuluniform, Schulmaterialien, eine warme Mahlzeit und Unterricht von qualifizierten Lehrern.
Das heftige Erdbeben 2015 zerstörte das ehemalige Schulgebäude und ein neues musste errichtet werden. Die neue Schule ist mittlerweile schon fertig gestellt, hier und da muss aber noch einiges getan werden und vor allem müssen noch die karg bestückten Klassenzimmer aufgebessert werden.

Die Moonlight School wird rein durch Spenden finanziert, weshalb jeder kleine Betrag eine große Hilfe ist. Gegründet wurde die Organisation von meinem nepalesischen Freund Santosh, mit eigenen Mitteln und aus der Überzeugung, dass jedes Kind ein Recht auf Bildung und eine bessere Zukunft hat.
Ich durfte selbst Teil dieses wertvollen Projekts sein und miterleben, wie viel Energie, Liebe und Geld Santosh und seine Familie in diese Schule stecken. Es ist unbeschreiblich, mit welchem Elan und mit wie viel Dankbarkeit die Kinder dort am Unterricht teilnehmen. Die Moonlight School bietet den Kids eine kleine Pause vom harten Alltag und ermöglicht ihnen vor allem eine Chance auf eine bessere Zukunft.

Deshalb liegt es mir sehr am Herzen die Moonlight School weiterhin zu unterstützen und dafür zu sorgen, dass das Projekt auch zukünftig bestehen kann.

Wer ebenfalls einen Beitrag leisten möchte, ist herzlich eingeladen den Moonlight Factory Markt zu besuchen. Wer den Markt nicht besuchen kann, das Projekt aber dennoch finanziell unterstützen möchte, kann sich sehr gerne telefonisch oder per Mail bei mir melden.

Ich danke dir, dass du dir die Zeit genommen hast diese Zeilen zu lesen und hoffe, dass wir uns auf dem Moonlight Factory Kreativmarkt sehen.

Alles Liebe,
Nicole

 

Nicht die Stange // Sommerkollektion 2018

Nicht die Stange

Design: Christoph Eichinger / HuM: MUD Studio Vienna / Model: Caroline Gritsch & Florian Valentino Gredler

Vienna City Marathon 2018

Took some pictures for the Vienna City Marathon

// Championship 10K distance and Amateur Competition

Nicht die Stange // Herbst-Winter-17-18

Nicht die Stange

Design: Christoph Eichinger / HuM: MUD Studio Vienna / Model: Akeem Julien & Paula Meertz